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Geschichte der Eishockeytrikots

 

Anfangs war das Eishockeytrikot ein einfacher Wollpullover, der vor allem warm halten sollte. Heute ist es leicht, funktional, Träger der Vereinsidentität und Werbefläche zugleich. Begleite uns durch 150 Jahre Trikotgeschichte – vom kanadischen Montreal über die ersten Spiele in Prag bis zum neuen Trikot von BYD Energie Karlovy Vary für die Saison 2026/27.

 

Die Anfänge: Eishockey in Montreal und die ersten Pullover

Als Geburtsstunde des modernen Eishockeys gilt der 3. März 1875. An diesem Tag fand im Victoria Skating Rink in Montreal das erste organisierte Spiel in einer Halle statt. Veranstalter war James Creighton, es traten zwei Mannschaften mit je neun Spielern an, darunter Studenten der McGill University. Statt eines Balls verwendeten sie eine flache Holzscheibe, damit sich niemand verletzte.

Über die Kleidung der ersten Spieler ist wenig überliefert. Wir wissen aber, dass damals vor allem draußen und bei Frost gespielt wurde. Getragen wurde also, was wärmte – gestrickte Wollpullover mit hohem Kragen, dazu Kniebundhosen und lange Strümpfe. Daher stammt der englische Begriff hockey sweater, der in Kanada bis heute verwendet wird. Das erste bekannte Mannschaftsfoto von Eishockeyspielern in einheitlichen Trikots stammt laut McGill University aus dem Jahr 1881.

Die ersten Regeln druckte die Montrealer Zeitung The Gazette im Jahr 1877. Sie regelten das Bully, verboten das Heben des Schlägers über die Schulter und das Beinstellen – zur Kleidung stand darin nichts. Die einheitliche Mannschaftsfarbe hatte damals nur einen Zweck: Die Mitspieler sollten sich auf dem Eis erkennen.

Von Wolle zu Funktionsmaterial: wie sich das Trikot veränderte

Als Eishockey in die Hallen zog und schneller wurde, störten die Wollpullover zunehmend. Sie saugten sich mit Schweiß voll, wurden schwer und den Spielern war darin zu heiß. Nach und nach ersetzten sie synthetische Materialien. Heutige Trikots bestehen meist aus Polyester – leicht, feuchtigkeitsableitend und robust genug für harte Zweikämpfe an der Bande.

Mit dem Material änderte sich auch, was auf dem Trikot zu sehen ist:

  • Nummern: Die kanadische Liga NHA nummerierte ihre Spieler ab 1911, zunächst auf Armbinden. Später wanderten die Nummern auf die Brust und schließlich auf den Rücken, wo wir sie heute kennen.
  • Namen: Die NHL schrieb Spielernamen auf dem Rücken in der Saison 1977/78 vor. Toronto trug sie erstmals am 26. Februar 1978 – blaue Buchstaben auf blauem Trikot waren jedoch kaum lesbar, also verlangte die Liga kontrastierende Farben.
  • Kapitänsbuchstaben: Der Kapitän trägt ein „C“ auf der Brust, seine Assistenten ein „A“.
  • Ausweichtrikots: Dritte Trikotsätze führte die NHL 1995 ein.
  • Moderne Schnitte: Reebok Edge (2007) brachte den V-Ausschnitt, Adidas (2017) den geraden Kragen und geformte Schultern. Seit der Saison 2024/25 liefert Fanatics die NHL-Trikots.
  • Werbung: In europäischen Ligen sind Sponsoren auf Trikots seit Jahrzehnten üblich. Die NHL erlaubte sie erst in der Saison 2022/23.

Das Trikot blieb ein Symbol, wurde aber zur Sportausrüstung. Ein Original-Spielertrikot muss heute drei Drittel voller Zweikämpfe überstehen und gleichzeitig im Fernsehen großartig aussehen.

Was ein Trikot ausdrückt

Ein Eishockeytrikot war nie nur Kleidung. Von Anfang an hatte es einen klaren praktischen Zweck: Auf dem Eis muss man auf den ersten Blick sehen, wer für wen spielt. Schnell bekam es aber auch eine tiefere Bedeutung.

  • Farben als Identität: Vereinsfarben gehen oft auf das Stadtwappen, die Vereinsgeschichte oder lokale Traditionen zurück. Fans erkennen sie auf der Tribüne, auf der Straße und am Schal – und sie werden zum Familienerbe.
  • Das Wappen auf der Brust: Das Logo trägt der Spieler „auf dem Herzen“. Er spielt damit für etwas Größeres als sich selbst – für den Verein, die Stadt und die Menschen auf der Tribüne.
  • Kapitäns-C und A: Die Buchstaben zeigen, wer in der Kabine Verantwortung trägt und gegenüber den Schiedsrichtern für das Team spricht.
  • Die Nummer als Legende: Manche Nummern sperren Vereine zu Ehren ihrer Legenden, deren Trikots dann unter dem Hallendach hängen.
  • Partner: Im europäischen Eishockey gehören Sponsoren seit Jahrzehnten aufs Trikot. Firmennamen erinnern oft daran, wer den Verein in guten wie in schweren Zeiten getragen hat, und Fans verbinden sie mit einer bestimmten Ära.

Deshalb ist das Trikot zum stärksten Fansymbol geworden. Wer es zum Spiel anzieht, sagt ohne ein einziges Wort: Ich gehöre zu euch.

Die Anfänge in Böhmen und das Slavia-Trikot

Nach Böhmen brachte das Spiel auf dem Eis Josef Rössler-Ořovský, ein Sportpionier und Mitbegründer des tschechischen Fußballs. Anfangs wurde jedoch nicht kanadisches Eishockey mit Puck gespielt, sondern Bandy – mit Ball und gebogenen Schlägern, oft auf großen zugefrorenen Flächen. Der erste Pressebericht über das Spiel erschien 1894, im Jahr 1896 entstanden tschechische Regeln.

Viele Fans verbinden die Anfänge des tschechischen Eishockeys mit dem Prager Derby zwischen Slavia und Sparta. Das erste belegte Spiel von Slavia fand jedoch am 6. Januar 1901 im Velodrom in Bubny gegen den Tschechischen Eislaufklub (BZK Praha) statt – Slavia gewann 11:4. Die Derbys gegen Sparta folgten einige Jahre später, zwischen 1906 und 1908.

Kanadisches Eishockey mit Puck zeigte in Prag im Jahr 1905 Ruck Andersson. 1908 wurde der Tschechische Eishockeyverband gegründet, 1909 spielten tschechische Spieler beim Turnier in Chamonix und 1911 wurde Böhmen Europameister.

Ein Trikot, das man nicht verwechselt

Slavia spielte in einem Trikot, das jeder kennt: halb rot, halb weiß, zusammengenäht. Daher der Spitzname „sešívaní“ – die Zusammengenähten. Die Farben trägt der Verein seit 1895/96, und jede hat ihre Bedeutung:

  • Weiß steht für Fairplay und einen sauberen sportlichen Wettkampf,
  • Rot für Herz und Entschlossenheit,
  • der rote fünfzackige Stern auf der weißen Hälfte, direkt über dem Herzen, symbolisiert „immer neue Hoffnungen“ und die slawische Verbundenheit. Der Stern zeigt mit der Spitze nach unten – ein wichtiges Detail, das ihn von anderen Sternen in Sport und Politik unterscheidet.

Das Slavia-Trikot gehört bis heute zu den bekanntesten im tschechischen Sport. Es beweist, dass gutes Trikotdesign mehr als hundert Jahre überdauern kann.

Eishockey in Karlsbad: von Slavia zu Energie

In Karlsbad (Karlovy Vary) wird seit 1932 organisiert Eishockey gespielt, als der SK Slavia Karlovy Vary gegründet wurde. Der Verein hat seinen Namen seitdem mehrmals geändert, und jeder Name steht für eine andere Ära der Stadt und ihrer Trikots:

Zeitraum

Vereinsname

1932

SK Slavia Karlovy Vary

1951

Sokol Slavia Karlovy Vary

1953

Dynamo Karlovy Vary

1964/65

Slavia Karlovy Vary

1993/94

HC Slavia Becherovka Karlovy Vary, später HC Becherovka

2002

HC Energie Karlovy Vary

2026/27

BYD Energie Karlovy Vary

Sponsoren, die Trikotgeschichte schrieben

Nach 1989 tauchten die Namen der Partner direkt im Vereinsnamen und auf der Brust der Spieler auf. Ab 1991 unterstützte die Karlsbader Firma Jan Becher den Verein, und die Becherovka wurde für einige Jahre Teil des Namens. 2002 kam die Sokolovská uhelná (Bergbaugesellschaft Sokolov) und mit ihr der Name Energie, den der Verein auch nach dem Ende der Partnerschaft im Jahr 2017 behielt. Das „E“-Logo mit dem Schläger wurde zu einem Symbol, das die Fans bis heute tragen.

Farben und Trikots im Wandel

Die Karlsbader Trikots haben sich deutlich verändert. In der Energie-Ära spielte der Verein in Grün-Gelb mit Schwarz, später wechselte er zu Schwarz und Weiß mit markantem E-Logo. In der Saison 2025/26 kam Türkis hinzu – eine Farbe, die überraschte und zugleich begeisterte. Journalisten zählten das Trikot zu den gelungensten der Extraliga-Saison.

Erfolge

  • Tschechischer Meister 2008/09 – im Finale besiegte Karlsbad Slavia Prag mit 4:2 Siegen.
  • Vizemeister 2007/08.
  • 2017/18 – Sieg in der 1. Liga und Rückkehr in die Extraliga.
  • Bronze 2025/26 unter Trainer Pavel Patera.

Seit 2009 spielt der Verein in einer modernen Arena, ursprünglich KV Arena, heute Mattoni Aréna. Für die Fans ist sie der Ort, an dem die Tradition #VeVaru bei jedem Spiel neu auflebt.

Die Trikots von BYD Energie Karlovy Vary 2026/27

Seit dem 4. September 2026 ist der Autohersteller BYD Generalpartner des Vereins, das Team heißt nun BYD Energie Karlovy Vary. Die Partnerschaft läuft zwei Jahre und steht unter dem Motto „Nejdál dojedeme spolu“ – „Gemeinsam kommen wir am weitesten“. Die Abkürzung BYD steht für „Build Your Dreams“, was zu einem Eishockeyverein mit großen Ambitionen bestens passt.

Heimtrikot

Die Basis bildet Schwarz, ergänzt durch Türkis, das die Fans schon in der vergangenen Saison ins Herz geschlossen haben. Auf der Brust dominiert das BYD-Logo zusammen mit dem ikonischen „E“ von Energie. Die Logos sind mit fluoreszierendem Garn gestickt und leuchten im Hallenlicht dezent. Der türkisfarbene Schnürkragen mit der tschechischen Trikolore erinnert an die klassischen Eishockeypullover aus den Anfängen des Sports.

Auswärtstrikot

Die Auswärtsvariante ist weiß mit türkisfarbenen und schwarzen Elementen. Sie wirkt klar und modern und ist auf dem Eis sofort erkennbar.

Warum das Design gelungen ist

  • Ein Sponsor, der die Identität nicht überdeckt: BYD ist auf dem Trikot dominant, doch die Vereinsfarben bleiben im Vordergrund. BYD-Logo und Türkis harmonieren, sodass das Trikot wie aus einem Guss wirkt – nicht wie eine Werbefläche.
  • Tradition und Moderne: Der Schnürkragen erinnert an hundert Jahre alte Pullover, die fluoreszierende Stickerei und der Advant-Pro-Schnitt sind ganz von heute.
  • Details für Fans: türkisfarbene Kapitänsbuchstaben C und A, die Trikolore im Kragen und das E-Logo, das Karlsbad seit über zwei Jahrzehnten trägt.

So knüpft das Trikot 2026/27 an alles an, worum es in diesem Artikel geht: Farben als Identität, das Wappen auf dem Herzen und Partner, die mit dem Verein seine Geschichte schreiben.

Wo du das Trikot bekommst: Bei #VeVaru findest du das Original-Spielertrikot 26/27 auf Bestellung mit Name und Nummer, Heim- und Auswärtstrikots für Fans sowie das Mini-Trikot fürs Auto oder als Geschenk.

Häufige Fragen

Wann entstand das erste Eishockeytrikot? Das erste dokumentierte Spiel fand am 3. März 1875 in Montreal statt. Die Spieler trugen Wollpullover, und auf einem Foto von 1881 tragen die Teams bereits einheitliche Kleidung.

Warum heißt das Trikot auf Englisch „sweater“? Weil die ersten Trikots tatsächlich gestrickte Wollpullover waren. Der Name blieb in Kanada erhalten, obwohl Trikots heute aus Polyester bestehen.

Seit wann haben Eishockeytrikots Nummern und Namen? Nummern führte die kanadische Liga NHA 1911 ein. Namen auf dem Rücken schreibt die NHL seit der Saison 1977/78 vor.

Wann spielte Slavia ihr erstes Spiel? Am 6. Januar 1901 in Prag-Bubny – ein Bandy-Spiel gegen BZK Praha, das Slavia 11:4 gewann. Die Derbys gegen Sparta folgten 1906–1908.

Welche Farben hat das Karlsbader Eishockey? Die aktuellen Trikots sind schwarz und weiß mit kräftigem Türkis und dem „E“-Logo. Früher spielte der Verein auch in Grün-Gelb.

Wer ist Generalpartner in der Saison 2026/27? Der Autohersteller BYD. Der Verein spielt unter dem Namen BYD Energie Karlovy Vary.

Wo kann ich ein Original-Trikot von Energie kaufen? Im offiziellen Fanshop vevaru.com – auch Trikots auf Bestellung mit Name und Nummer.

Quellen